Knapp 10 Monate ist es her, dass ich mich in die Selbständigkeit aufgemacht habe. Seit meinem Auftakt bei Qype ist einiges passiert; Seitdem hatte ich einen One-Night-Stand mit DatingCafe.de und eine mehrmonatige Sommerpause, in der ich mich endlich mal ausgiebig mit meinen eigenen Projekten beschäftigen konnte. Im Moment arbeite ich für AKRA bei Wer liefert was? und helfe dort bei der Migration der veralteten Java Plattform auf ein frisches Rails Projekt.
Es war für mich eine große Hilfe, dass ich mich in der Zeit vor meiner Selbständigkeit viel in der Rails Community und bei allerlei anderen Stammtischen, Usergroups und Konferenzen herum getrieben habe. Alle meine Projekte habe ich über persönliche Kontakte aquiriert, Personaldienstleister kann man meiner Meinung nach vergessen. Sie versprechen viel und halten wenig, sind darüber hinaus auch bei potentiellen Projekt-Verantwortlichen (und bei mir) ungefähr so beliebt wie ein Hundehaufen!
Ich hatte mich natürlich im Vorfeld schlau gemacht und mir den Gründungszuschuss gesichert, der einem für die ersten 9 Monate Unterstützung in Höhe des Arbeitslosengeldes gewährt und in den darauf folgenden 6 Monaten noch einen Zuschuss für die Zahlung der Krankenversicherung zubilligt. Leider hat sich Vater Staat entschieden diese Förderung drastisch zu reduzieren. Ab dem 1. November wird die Unterstützung reduziert und außerdem wird der gesetzliche Anspruch an die Förderung abgeschafft. Damit ist jeder Antrag auf Förderung nun im Ermessensspielraum der ARGE-Mitarbeiter...
Aufgrund dieser Änderungen gehe ich davon aus, dass zukünftige Antragsteller es nicht so einfach haben werden, wie ich noch Anfang des Jahres. Nachdem ich den 1. Tag arbeitslos war, habe ich damals den Antrag auf Gründungszuschuss gestellt. Dafür wurde ich auf einen Gesprächstermin mit meiner Sachbearbeiterin zur ARGE eingeladen. Dort wurden mir die Anforderungen zur Stellung des Antrags nochmals erklärt, die wichtigsten Infos wusste ich natürlich schon aus dem Netz, einigen Gesprächen mit anderen Selbständigen und dem Praxisbuch für Freiberufler.
Da ich mich als Software Entwickler selbständig machen wollte und ein Diplom als Informatiker sowie mehrjährige Erfahrung in großen und kleinen Unternehmen sammeln konnte, war der Fall für mich im Vorhinein schon klar. Ich hatte einen gesetzlichen Anspruch auf Förderung. Ob das mit den neuesten Änderungen immer noch so klar sein würde bezweifle ich allerdings!
Von meiner ARGE-Uschi habe ich dann knapp 4 Wochen Zeit für die Vorbereitung meiner Unterlagen bekommen. In diesem Zeitraum musste ich ein schlüssiges Konzept, einen Businessplan sowie eine Umsatz und Rentabilitätsvorschau erstellen und diese von einer "fachkundige Stelle" absegnen lassen. Diese Institution ist für die meisten Branchen klar definiert, Architekten gehen zum Beispiel zu ihrer Kammer. Software Entwickler hingegen haben so etwas nicht. Deshalb war es bis dahin gängig alle Dokumente von einem Steuerberater prüfen zu lassen. Ich habe jedoch aus Gesprächen mit anderen Freelancern erfahren, dass sie "gezwungen wurden" ihre Dokumente vom gruendungszuschuss.de abzusichern. Bei mir war dies zum Glück nicht der Fall und ich war richtig Froh, dass ich mit Bernd von der Kanzlei PJW einen guten Partner gefunden habe, der mich auch auf Augenhöhe berät.
Für das Erstellen von Businessplänen etc gibt es im Netz einige Resourcen. Sogar das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat einen eigenen Wizzard, der einem bei der Erstellung helfen soll. Da ich allerdings viel zu Faul war um mich durch so einen kram durch zu klicken und ich vorher noch nie einen Businessplan geschrieben hatte, war für mich eine im Netz erhältliche Vorlage der Ideale weg. Für ein paar Kröten bekommt man eine mehrseite Word-Vorlage mit entsprechenden Umsatzzahlen etc. Da alle meine Annahmen sowieso nur auf einem vagen Bauchgefühl beruhten und ein wenig mit den Erfahrungen anderer Freelancer gewürzt wurde, fand ich auch nichts verwerfliches daran solche Hilfe in Anspruch zu nehmen. So sieht dann eine Rentabilitätsvorschau und ein Businessplan aus, wobei ich retrospektiv betrachtet relativ gut geraten habe :)
Da die 1. Phase meines Gründungszuschuss nun ausläuft habe ich gerade die Verlängerung beantragt. Hierfür muss man sich nur an die ARGE wenden, die einem dann innerhalb weniger Wochen(!) einen Antrag auf Verlängerung zuschickt. Damit einem diese gewährt wird, muss man nachweisen, dass man sich in den letzten Monaten wacker geschlagen hat und auch für die nächsten Monate eine Auslastung in Vollzeit haben wird. Es wird sich zeigen, ob meine stümperhaft zusammenkopierten Unterlagen dafür ausreichen werden.
== UPDATE ==
Mit sofortiger Wirkung wird die 2. Phase meines Gründungszuschuss bewilligt und ich erhalte nun für die nächsten 6 Monate eine Unterstützung zur Zahlung meiner Versicherungen in Höhe von 300€. Dafür hat es sich doch auch geloht mal (vergebens) zur ARGE zu radeln und nach dem Stand der Dinge zu fragen.
Für das nächste Jahr sind also alle Zeichen auf Grün, da auch mein derzeitiges Projekt bis Juni verlängert wurde.
Heute habe ich auch durch Zufall noch einen netten Stundensatz Kalkulator gefunden.
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14.11.2011
19.03.2011
Freiheit ist schön
Wie ich schon vor ein paar Monaten beschrieben habe, hat für mich dieses Jahr die Freiberuflichkeit begonnen. In diesem Zuge habe ich auch eine neue Internet-Präsenz für mich angelegt: www.peter-schröder.info
Seit dem 1. Februar bin ich eigenverantwortlich tätig und habe es mit ein wenig Fortune auch gleich geschafft einen sehr guten Auftraggeber, die Qype GmbH, an Land zu ziehen.
Leider sind bei Qype in den letzten Monaten einige Leistungsträger zu anderen Projekten aufgebrochen und haben eine große Lücke gerissen. Da es derzeit auf dem IT-Arbeitsmarkt nicht gerade von erfahrenen Rails-Entwicklern wimmelt, war das eine ideale Möglichkeit mich als frischgebackenen Freiberufler in die Bresche zu springen.
Nach nunmehr 6 Wochen bin ich bereits gut ins interdisziplinäre Entwicklungs-Team eingebunden und habe dort auch schon für einigen Wirbel gesorgt. Motivation, Teamspirit und Innovationsgeist haben neuen Schwung bekommen.
Zusammen mit dem frisch eingestiegenen CTO Holger Thiemann sehe ich den kommenden Monaten sehr erwartungsvoll entgegen. Durch die Übernahme von cooledeals hat Qype nun auch einen Einstieg in das derzeit explodierende Coupon/Deal Segment geschafft.
Am nächsten Donnerstag wird Qype 5 Jahre alt und es gibt eine Geburtstagsfeier in Hamburg mit allen Mitarbeitern, die teilweise aus London und Paris eingeflogen werden. Location und Ablaufplan sind noch geheim, ich bin mal gespannt...
Seit dem 1. Februar bin ich eigenverantwortlich tätig und habe es mit ein wenig Fortune auch gleich geschafft einen sehr guten Auftraggeber, die Qype GmbH, an Land zu ziehen.Leider sind bei Qype in den letzten Monaten einige Leistungsträger zu anderen Projekten aufgebrochen und haben eine große Lücke gerissen. Da es derzeit auf dem IT-Arbeitsmarkt nicht gerade von erfahrenen Rails-Entwicklern wimmelt, war das eine ideale Möglichkeit mich als frischgebackenen Freiberufler in die Bresche zu springen.
Nach nunmehr 6 Wochen bin ich bereits gut ins interdisziplinäre Entwicklungs-Team eingebunden und habe dort auch schon für einigen Wirbel gesorgt. Motivation, Teamspirit und Innovationsgeist haben neuen Schwung bekommen.
Zusammen mit dem frisch eingestiegenen CTO Holger Thiemann sehe ich den kommenden Monaten sehr erwartungsvoll entgegen. Durch die Übernahme von cooledeals hat Qype nun auch einen Einstieg in das derzeit explodierende Coupon/Deal Segment geschafft.
Am nächsten Donnerstag wird Qype 5 Jahre alt und es gibt eine Geburtstagsfeier in Hamburg mit allen Mitarbeitern, die teilweise aus London und Paris eingeflogen werden. Location und Ablaufplan sind noch geheim, ich bin mal gespannt...
22.11.2010
eLancer
Seit ich Mitte September blau.de den Rücken gekehrt habe ist einiges passiert. Seitdem habe ich bereits zwei weitere Arbeitgeber zerschlissen.
Am 15.11. hatte ich als Rails-Entwickler bei Tolingo angeheuert, um dort in einem jungen, firschen Team erste professionelle Erfahrungen mit der Entwicklung von Webanwendungen mit Rails zu bekommen. Vorher hatte ich mich hauptsächlich in meiner Freizeit mit Rails beschäftigt und meine Qualifikation auf diesem Gebiet eher als anfängerhaft eingeschätzt. Nach wenigen Tagen jedoch stellte ich fest, dass das meine Vorstellungen von Tolingo nicht erfüllt werden konnten. Deshalb habe ich bereits nach zwei Wochen meine Koffer gepackt und mich wieder in den Job-Markt geworfen.
Auf dem Mongo Meetup Hamburg hatte ich mich bereits sehr angeregt mit dem CTO von fromAtoB unterhalten. Nach einem kurzen Bewerbungsgespräch beim Frühstück im Súl wurde ich dann gleich vom Fleck weg eingestellt und mit zu mindmatters geschleppt. Die Jungs von mindmatters sind als Software-Entwicklungs-Dienstleister mit dem neubau der Plattform für fromAtoB betraut und ich kannte einige von ihnen bereits von Usergroups und Konferenzen. Deshalb war ich auch guter Dinge, was die Zusammenarbeit mit fromAtoB anging.
Die Arbeit mit den mindmatters Leuten war sehr angenehm, allerdings kam es im Projektverlauf immer wieder zu Reibereien mit fromAtoB. In der Zwischenzeit reifte zudem in mir der Entschluss, mich mit dem Jahr 2011 selbständig zu machen. Ich hatte schon seit langem zwei Optionen für meinen 30. Geburtstag festgelegt: entweder Kind oder Selbständigkeit. Nun habe ich mich zusammen mit Petra für die zweite Option entschieden. Kind kann noch ein bißchen warten, so die einhellige Meinung.
Heute ging nun die lustige Ämter-Reise los. Das Portal des Arbeitsamtes hat mich dankenswerter Weise mit der Postleitzahl 20357 zur ARGE-Altona geschickt, nachdem man mir per E-Mail nicht weiterhelfen konnte (ist aber auch anscheinend nicht so einfach herauszufinden...). Der sehr Freundliche Job-Agent hat meine Daten dann aufgenommen und mich dann mit einem Haufen Papiere und der Adresse des Haupt-Arbeits-Amtes Hamburg Mitte wieder vor die Tür gesetzt. Nun muss ich in den kommenden Tagen einmal quer durch die Stadt, obwohl 2 Ämter direkt in der Nähe sind und ich auch für andere Dinge immer nach Altona musste... Bürokratie 2.0
Am 15.11. hatte ich als Rails-Entwickler bei Tolingo angeheuert, um dort in einem jungen, firschen Team erste professionelle Erfahrungen mit der Entwicklung von Webanwendungen mit Rails zu bekommen. Vorher hatte ich mich hauptsächlich in meiner Freizeit mit Rails beschäftigt und meine Qualifikation auf diesem Gebiet eher als anfängerhaft eingeschätzt. Nach wenigen Tagen jedoch stellte ich fest, dass das meine Vorstellungen von Tolingo nicht erfüllt werden konnten. Deshalb habe ich bereits nach zwei Wochen meine Koffer gepackt und mich wieder in den Job-Markt geworfen.
Auf dem Mongo Meetup Hamburg hatte ich mich bereits sehr angeregt mit dem CTO von fromAtoB unterhalten. Nach einem kurzen Bewerbungsgespräch beim Frühstück im Súl wurde ich dann gleich vom Fleck weg eingestellt und mit zu mindmatters geschleppt. Die Jungs von mindmatters sind als Software-Entwicklungs-Dienstleister mit dem neubau der Plattform für fromAtoB betraut und ich kannte einige von ihnen bereits von Usergroups und Konferenzen. Deshalb war ich auch guter Dinge, was die Zusammenarbeit mit fromAtoB anging.
Die Arbeit mit den mindmatters Leuten war sehr angenehm, allerdings kam es im Projektverlauf immer wieder zu Reibereien mit fromAtoB. In der Zwischenzeit reifte zudem in mir der Entschluss, mich mit dem Jahr 2011 selbständig zu machen. Ich hatte schon seit langem zwei Optionen für meinen 30. Geburtstag festgelegt: entweder Kind oder Selbständigkeit. Nun habe ich mich zusammen mit Petra für die zweite Option entschieden. Kind kann noch ein bißchen warten, so die einhellige Meinung.
Heute ging nun die lustige Ämter-Reise los. Das Portal des Arbeitsamtes hat mich dankenswerter Weise mit der Postleitzahl 20357 zur ARGE-Altona geschickt, nachdem man mir per E-Mail nicht weiterhelfen konnte (ist aber auch anscheinend nicht so einfach herauszufinden...). Der sehr Freundliche Job-Agent hat meine Daten dann aufgenommen und mich dann mit einem Haufen Papiere und der Adresse des Haupt-Arbeits-Amtes Hamburg Mitte wieder vor die Tür gesetzt. Nun muss ich in den kommenden Tagen einmal quer durch die Stadt, obwohl 2 Ämter direkt in der Nähe sind und ich auch für andere Dinge immer nach Altona musste... Bürokratie 2.0
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